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Goethe und die Frauen: Jugendliche Liebschaften und späte Liebe

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Zweiteilige LiteraturZeit im Peter-Beier-Haus Jülich

Goethe und die Frauen: Jugendliche Liebschaften und späte Liebe

In Goethes Leben und Schaffen ist die Liebe die Quelle seiner Kreativität, die große Triebkraft seiner Dichtung und sie erscheint in zahlreichen Facetten und Varianten: als sinnliche Liebe, als Sehnsucht, Sympathie oder als Freundschaft. Er kannte alle Abstufungen von Glück und Qual, Freude und Begeisterung, Enthusiasmus und Leidenschaft, Entsagung und Verzweiflung. Betrachtet man nur kurz seine Biographie und die Auflistung der Frauen, die in Goethes Leben einen Platz in seinem Herzen einnehmen durften, so lässt sich erkennen, dass Einflüsse seiner Liebschaften unmittelbar in seinen Werken wieder zu finden sind.

Der Dichter hatte zahlreiche Frauenbekanntschaften, von Käthchen Schönkopf bis Ulrike von Levetzow. Wir verdanken ihm die schönsten Liebesgedichte der deutschen Literatur, mit denen er ein neues Kapitel in der erotischen Sprache eingeleitet hat.

In einem Gedicht von 1776 mit dem bezeichnenden Titel „Rastlose Liebe“ beschreibt Goethe, welche Bedeutung die Liebe für ihn hat und welche unwiderstehliche Wirkung sie auf ihn ausübt:

„Wie - soll ich fliehen?
Wälderwärts ziehen?
Alles vergebens?
Krone des Lebens,
Glück ohne Ruh,

Liebe bist du!“

Vor allem für den jungen Goethe bedeutet das, sich immer wieder in neue Liebesaffären zu stürzen, um diese aber nicht zu vollenden, sondern dann, wenn sich eine engere Bindung ergeben sollte, diese abrupt zu beenden. Das Liebeserlebnis als solches wird dann künstlerisch verarbeitet, d. h. in Literatur umgewandelt. Goethe selbst analysiert dieses Verhalten ganz freimütig, indem er bekennt, dass „alles, was ich mit Liebe in mich aufnahm, sich sogleich zu einer dichterischen Form anlegte“. 

Diese ständig wiederholte Konstellation, Liebesaffäre und Liebesentsagung, durchzieht leitmotivisch das gesamte Werk. So begeht der Dichter, der das Scheitern seiner Liebesbeziehung im Werben um Charlotte Buff erlebt hat, nicht etwa Selbstmord, wie seine Romanfigur Werther, sondern Goethe arbeitet seine unfreiwillige Liebesentsagung in dichterischer Form ab..             

Welche Frauen es waren, die diese Erfahrung mit Goethe gemacht haben und inwiefern sich Goethes Liebesbeziehungen im späteren Verlauf seines Lebens, z. B. durch seine Heirat von Christiane Vulpius, verändert haben, das soll Thema dieses Vortrages werden.

 

Termine:
Freitag, 19. Oktober 2023 und 02. November 2023
17.00 - 18.30 Uhr

Leitung:
N.N.

Referent:
Klaus Brehm, Germanist

Ort:
Peter-Beier-Haus, Aachener Str. 13 a, 52428 Jülich, 1. Etage

Gebühr:
12,00 € für die Seminarreihe 

Anmeldung:
nur mit Anmeldung, begrenzte Teilnehmerzahl
EEB, Tel. 02461 9966-0 oder eeb.juelich@ekir.de